Die Geschichte des WSVA

Im Herbst 1925 trafen sich 14 Bootseigner, die zuvor schon in einer losen Interessengemeinschaft zusammengeschlossen hatten. Sie gründeten den „Ruderverein Fähr“. Schon zwei Jahre später beschlossen 24 Mitglieder, dem noch junge Verein einen neuen Namen zu geben: „Fähr-Aumund“. 1928 trat der Verein dem „Freien Seglerverband“ bei – und erneut änderte sich der Name. Der Verein hieß nun „Freier Wassersport Aumund“.

Mitte der dreißiger Jahre, mit der Gleichschaltung der Sportorganisationen schloss sich der Verein dem „Deutschen Segler-Verband“ an. Seitdem führt er den Namen „Wassersportverein Aumund“. Eines allerdings hatte seit der Gründung Bestand: Der weiße Stander mit dem roten A.

Bei der Eingemeindung Vegesacks im Jahre 1 behielt der Verein zwar weiterhin seinen Namen, gab sich jedoch einen Zusatz. Er hieß fortan WSVA, sitz Bremen-Aumund.

Kurz nach den Kriegswirren trafen sich 1946 die Vereinsmitglieder zu einer „Wiederinstandsetzung Versammlung“ – der Wassersport in Aumund sollte in friedlichen Zeiten neu erblühen. Der Neubeginn führte erneut zu einem etwas veränderten Namen. In ihm wurde jetzt auch das Gründungsjahr dokumentiert: „Wassersportverein Aumund e. V. von 1925“. So heißt der Verein noch heute.

1928    Drei Jahre nach der Vereinsgründung wird das erste große Bauprojekt in Angriff genommen, den Wassersportlern fehlt ein schützen des Dach für ihre Ruderboote. Findig sind die Wassersportler schon damals: Sie besorgen sich das Deckshaus eines abgewrackten Vollschiffs und bauen daraus das erste Bootshaus des jungen Vereins. Riemen und anderes Bootszubehör finden in einem angebauten Schuppen ein trockenes Plätzchen. Damit haben die Vereinsgründer ihr erstes Domizil am Wasser – es werden mehrere folgen.
Der Tatendrang der Aumunder ist damit jedoch längst nicht erlahmt. Sie bauen in diesem Jahr auch noch einen Steg mit Ponton und nehmen die Slipanlage in Angriff, um die Boote sicher in die Weser zu lassen.

1929    Der Verein wächst und damit der Platzbedarf für die Boote der Mitglieder. Die erste kleine Bootshalle ist schnell zu klein, die Aumunder müssen sich etwas einfallen lassen. Da kommt es gerade recht, dass die alte Badeanstalt in Lemwerder abgebaut werden soll. Die Wassersportler sichern sich das Gebäude, zerlegen es und stellen es am Löschplatz wieder auf. Selbst dieses neue, größere Bootshaus reicht schon nach einigen Jahren nicht mehr aus, um allen Mitgliedern einen Platz zu bieten. So gilt es schon bald wieder Arbeitsdienste anzusetzen.

1938    In diesem Jahr ergibt sich für den Verein ein Glücksfall: Er kann das Gebäude in der Fröbelstraße 2 pachten. Damit halsen sich die Mitglieder wieder einen Haufen Arbeit auf. Das markante Gebäude direkt an der Weser muss von Grund instand gesetzt werden. Dabei entstehen zwei gemütliche Clubräume und eine Wohnung für den Hausmeister. Das Vereinsheim lockt viele neue Mitglieder an, und es geht mit dem WSVA ordentlich voran.

1940    Ein Unglücksjahr für den aufstrebenden Verein: Schwerer Eisgang auf der Weser zerstört fast den gesamten, so mühsam errichteten Steg und den Slip.

1941    Die Badeanstalt aus Lemwerder wird bei einem Bombenangriff beschädigt. Die Vereinsmitglieder belassen es nicht bei der Reparatur, sondern geben der Bootshalle ein völlig neues Gesicht. Besser, größer, schöner – so lautet schon damals in Aumund die Devise. Im gleichen Jahr wird noch einmal kräftig in die Hände gespuckt: Ein Kran direkt am Wasser ersetzt den Slip. Mühsam werden dicke Pfähle von Hand in den schlickigen Wesergrund gerammt, sie tragen den neuen Steg.

1943    Ein einmaliger Abschnitt der Vereinsgeschichte beginnt: August Steenken wird zum 1 Vorsitzenden gewählt. Er bleibt es 26 Jahre lang.

1945    Nach Kriegsende beschlagnahmen die Amerikaner die in der Halle eingelagerten Aumunder Boote. Zur Freude der Besitzer kommen die meisten später wieder zurück.

1946    Am 5. April wird der Verein quasi noch mal aus der Taufe gehoben. Unter dem etwas sperrigen Namen „Widerinstandsetzungsversammlung“ treffen sich die Mitglieder in der Berufsschule Lobbendorf und ergänzen den Namen um das Gründungsdatum. Der Verein heißt nun WSVA e.V. von 1925.

1947    Die guten Beziehungen zum Bremer Vulkan ebnen den Weg für ein weiteres großes Projekt. Auf der Werft werden eine neue Steganlage und ein Ponton gebaut.

1948    Die Steganlage wird durch eine neue Brücke ergänzt. In dieser Zeit sind die Wörter „Hauruck“ und „Zugleich“ die wichtigsten Kommandos. Die Anlage hat den Vorteil, dass sie im Winter an Land gelegt werden und nicht der Witterung im Weserwasser aufgesetzt ist. Auch sportlich sind die Aumunder schwer aktiv. Sie heimsen auf Regatten der und Kanufahrer 64 Preise ein. Wie schon in den Jahren zuvor ist die legendäre „Ahoi“ das schnellste Boot auf der Weser. Der Verein wächst sprunghaft, denn der „Kanuclub Weser“ wird aufgelöst und dessen Mitglieder schließen sich dem WSVA an.

1949    Der Verein erkennt früh die Zeichen der Zeit und kümmert sich um Nachwuchs. Eine eigene Jugendabteilung wird gegründet.

1950    Es gibt einen Grund zum Feiern: Der Wassersportverein Aumund besteht 25 Jahre. Sportlich läuft es in diesem Jahr allerdings nicht optimal, denn die zuvor mehrfach errungenen Blauen Bänder können nicht verteidigt werden. Immerhin gehen 51 Preise und Pokale an Segler des WSVA.

1957    Das alte Arbeitsboot hat ausgedient, ein neues wird von den Mitgliedern gebaut. So können die Anlagen besser gewartet werden und auch als „Versorger“ für Feiern ist das neue Boot bestens geeignet.

1960    Die Aumunder Vereinsvorstände arbeiten sparsam; aber ohne Beitragsanhebung tut sich langsam ein Loch in der Kasse auf. Nach drei Jahrzehnten werden zum ersten Mal die Mitgliedsbeiträge angehoben.

1961    Den Verein ereilt ein Unglück: Beim Umlegen des Flaggenmastes bricht der Fuß. Der Mast kippt um und reißt dabei auch den Kran mit sich. Nachdem sich der erste Schreck gelegt hat, beschließen die Wassersportler den Wiederaufbau an anderer Stelle. Der Flaggenmast findet seinen neuen Platz vor Wachbude am Wasser, und der Kran wird ein Stück höher als ursprünglich am Ufer aufgestellt.
Noch ein Schreck: Ein Bagger reißt die Queranker der schwimmenden Anlage weg. Doch größerer Schaden kann durch beherztes Eingreifen der Mitglieder verhindert werden.

1962    Schon wieder wird ein Boot auf Kiel gelegt. Das Bojenkommando benötigt ein neues Arbeitsboot, dessen Dieselmotor noch mit einer „Zigarette“, einer Art Zündplätzchen an geworfen wird. Das Boot dient dazu die Schwimmkörper im Frühjahr in der kabbeligen Weser auszulegen und im Herbst wieder einzuholen.

1964    Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Der WSVA soll ein neues Domizil im Grohner Yachthafen finden. Im kommenden Jahr sollen zunächst die 20 größeren Boote zur Lesum umziehen, für sie wird eine neue Steganlage geplant, konstruiert und gebaut.

1965    Der Umzug nach Grohn kommt für den WSVA gerade rechtzeitig. Nach fast zwanzig Jahren Diskussion ist der Bau der Strandstraße beschlossene Sache – mit gravieren den Folgen für die am Weserufer ansässigen Vereine: Sie können ihre Boote nur noch unter sehr schwierigen Bedingungen ins Wasser bringen. So fällt der bevorstehende Abschied vom Vereinsgelände etwas leichter.

1966    Der Bremer Vulkan expandiert. Im Tausch gegen andere Grundstücke übernimmt die Werft das Gelände des WSVA. Die Ära am Weserufer geht für den Verein zu Ende.

1967    Die Wachbude am Wasser wird abgerissen.

1968    Das Bauamt kündigt den Mietvertrag für das Klubhaus. Der neue Eigentümer des Areals, der Bremer Vulkan, verlängert den Pachtvertrag noch einmal.

1969    Die Genehmigung für die schwimmende Anlage in der Weser wird gekündigt. Am neuen Vereinsstandort am Grohner Yachthafen beginnen die Bauarbeiten für die Halle 5.

1970    In diesem Jahr werden zum ersten Mal Boote im Neubau eingelagert.

1971    Am 21. Juni wird mit dem Bau der zweiten, kleineren Bootshalle 6 begonnen. Die alte Anlage des WSVA wird an drei Vereine verkauft, der Flaggenmast findet seinen neuen Platz in Grohn.

1972    In der Alten Weser hinter Harriersand wird ein Ponton ausgelegt, wo seit 1962 nur an Bojen festgemacht werden konnte. Halle 6 wird eingeweiht.

1973    Die alten Bootshäuser in Aumund werden abgerissen.

1975    Der WSVA feiert sein 50-jähriges Bestehen mit einem großen Herbstfest. Die im Laufe der Jahre deutlich geschrumpfte Kanuabteilung wird aufgelöst bzw. der Motorbootabteilung angegliedert.

1977    Im alten Aumunder Klubhaus steigt die große Abschiedsparty. Anschließend wird das letzte Bootshaus abgerissen. Der WSVA sagt dem Standort Weser mit einem lachend und einem weinenden Auge Lebewohl.

1979    Während für die Boote bereits bestens gesorgt war, fehlte noch ein Ort, an dem das gesellige Vereinsleben entwickeln konnte. So begannen die Planungen für den Bau eines Klubraums.

1980    Die Mitglieder des WSVA krempeln wieder einmal die Ärmel auf und legen den Grundstein für den neuen Klubraum.

1982    Nach unzähligen Arbeitsdienststunden ist es vollbracht: Der Verein kann seinen schönen neuen Treffpunkt mit einem zünftigen Fest einweihen.

1985    Viel Arbeit haben die Vereinsmitglieder für dieses und die kommenden fünf Jahre: Sie beginnen mit dem Bau eines neuen Zementpontons. Bis 1990 werden weitere zehn Pontons und fünf Zwischenstücke gefertigt. Diese Anlage hat sich bestens bewährt und schwimmt noch heute im Grohner Yachthafen.

1988    Einweihung des neuen Hauptstegs.

2000    Der WSV Aumund e.V. von 1925 feiert sein 75-jähriges Bestehen.

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